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"Management-Skills für Frauen"

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Interview mit Petra Funke, DialogArt sowie Essentials des Vortrages von DialogArt

Das Interview

Vita

Petra FunkePetra Funke ist Gründerin von DialogArt, einem Hamburger Trainings- und Beratungsunternehmen für Personal- und Organisationsentwicklung.

Sie studierte an der Uni Göttingen Wirtschaftspädagogik und Germanistik und absolvierte nach dem Diplom noch das Zweite Staatsexamen für das Lehramt an beruflichen Schulen.
Die Ausbildungen zur systemischen Beraterin, zur Moderatorin für Organisationsentwicklung sowie zur Personal- und Managementtrainerin und mehrjährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung sowie in Redaktionen und Agenturen führten zur Gründung von DialogArt.

Durch zahlreiche Beratungen, Projektmanagement und -begleitungen wurde der Bereich Medien / New Economy zu ihrem besonderen Arbeitsschwerpunkt.

Welche Fähigkeiten sollten Frauen mitbringen, um heute erfolgreich zu sein?
Humor und Mut - das sind für mich die entscheidenden Dinge, die über allem stehen. Humor ist wichtig, um nicht gleich alles persönlich zu nehmen und auch mit unerwarteten Reaktionen gelassen umzugehen. Mut braucht jede Frau, um neue Wege zu beschreiten.

Ich beobachte öfters, daß es Frauen schwer fällt, die Balance zwischen Teamfähigkeit und Durchsetzungsvernögen zu halten. Darum denke ich, daß Frauen neben ihrem ausgeprägten Einfühlungsvermögen auch ihre Konflikt- und Entscheidungsfähigkeiten stärker entwickeln sollten. Oft sind Frauen sehr auf Harmonie ausgerichtet und reagieren betroffen, wenn sie auf Konkurrenz und Konflikte treffen.

Auf Probleme stoßen Frauen auch dann, wenn sie die Vorgesetzten von Männern sind. Tauchen Konflikte auf, sind oft sie es, die sich fragen: "Mache ich etwas falsch?" und an sich selbst zweifeln.

Denken Sie, daß Frauen heute bessere Aufstiegschancen haben als noch vor ein paar Jahren?
Ja, auf jeden Fall. Die Frauen setzen sich selbst andere Ziele. Sie konzentrieren sich nicht mehr einseitig auf ein Leben, das als Huaptberuf Hausfrau und Mutter heißt. Sondern: Sie legen zunehmend Wert darauf, daß sie auch außerhalb der Familie einen Beruf finden, der ihnen Spaß macht und eine weitere Herausforderung darstellt. Sie sind zielstrebig und erkennen auch, daß sie mit dem, was sie tun, sehr gute Ergebnisse erzielen.
Leider gibt es aber immer noch zu wenig weibliche Vorbilder. Natürlich haben es viele Frauen geschafft, im Beruf erfolgreich zu sein und aufzusteigen. Aber ab einer gewissen Ebene finden sich nur noch wenige Frauen in Führungspositionen.

Die Frauen, die es bis in diese Hierarchieebenen schaffen, verhärten sich allzu oft. Sie übernehmen die männlichen Attribute und den autoritären Führungsstil, um sich durchzusetzen und wirken sehr angespannt.
Dabei besitzen Frauen eine ganz eigene Art von Stärke: sie können warm und stark zugleich sein. Die Voraussetzung hierfür: innerlich gelassen und entspannt zu sein und eine gute Beziehung zu sich selbst zu entwickeln.

Zu dem zunehmenden Erfolg von Frauen trägt sicherlich auch bei, daß sich die Unternehmensstrukturen langsam verändern. Viele Firmen wandeln sich zu einer "lernenden Organisation" und entwickeln ein anderes Verständnis von Effektivität. Sie konzentrieren sich mehr auf die persönlichen Stärken ihrer MitarbeiterInnen. Dieser Trend kann sich auch günstig für Frauen auswirken.

Schließlich besitzen Frauen Eigenschaften, die genau diesen Strukturen förderlich sind: sie haben Einfühlungsvermögen, und sie denken prozeßorientiert. Männer hingegen vernachlässigen diese Entwicklungen oft und konzentrieren sich nur auf die Ergebnisse nach der Devise "schnell, schnell zum Ziel kommen".
Der Weg zu einer ausgewogenen Denk- und Handlungsweise ist also noch weit.

Mit der New Economy assoziiert man ja oft flache Hierarchien und auch, daß alles anders und besser funktioniert. Das ist so nicht vorbehaltlos richtig. Denn obwohl viele neue Wege beschritten werden und sich neue Chancen auftun, gibt es hier auch noch viel zu viele traditionelle Bilder und Vorstellungen in den Köpfen. Unterstützt durch das schnelle Wachstum dieser Branche spiegelt sich dies auch unweigerlich in den Unternehmensstrukturen wider, die nur keineswegs immer transparent sind und damit zu Rollen- und Stellenkollisionen führen.

Frauen gelten oft als besondere Kommunikationstalente: Führen Frauen tatsächlich anders als Männer?
Ja, was ihre Fähigkeit anbelangt, in die Tiefe zu gehen und hinter Fassaden zu schauen. Frauen können sehr gut aktiv zuhören: Sie lassen ihre Aufmerksamkeit bei ihrem Gesprächspartner, nehmen sich Zeit, die Argumente des anderen zu verstehen. Sie führen selten belanglose small talks. Kommunikation ist für sie ein Mittel, Beziehungen aufzubauen und sich auszutauschen: über Gefühle, Meinungen und ihre Sicht der Welt. Männer hingegen sprechen, um Fakten darzustellen und Informationen zu vermitteln.
Wenn Frauen heute beruflich erfolgreich sein wollen, müssen sie jedoch auch lernen, zugleich auf Ergebnisse zu setzen und ihre Vorstellungen durchzusetzen.

Wie schaffen Sie die Balance zwischen Berufs- und Privatleben?
Ich muß gestehen, daß ich damit auch Schwierigkeiten habe. Ich versuche jedoch, mich immer darauf zu konzentrieren, was mir gerade wichtig ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung und aus dem Umgang mit Frauen beim Coaching weiß ich: der Teil, der als erstes wegfällt, ist meistens die Zeit für sich selbst, die man ganz allein mit sich verbringt.
Frauen neigen ja dazu, die Bedürfnisse der anderen für wichtiger zu erachten als die eigenen. Männer hingegen bleiben hingegen im positiven Sinne mehr bei sich.

Wichtig für Frauen: ihr Recht zu erkennen, daß sie sich auch ganz bewußt Zeit für sich nehmen dürfen. Unabhängig davon, ob sie vielleicht von den Schwiegereltern als Rabenmutter angesehen werden oder als egoistisch gelten. Entscheidend ist, sich selbst zu sagen: Ich darf das!

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